Faszination Makrofotografie – Kleines ganz groß

Die Makrofotografie zeigt, wie viel Leben allein auf einer Wiese existiert.
Wie ich zur Makrofotografie gekommen bin
Als ich seinerzeit damit begonnen hatte, mich intensiver mit der Fotografie auseinanderzusetzen und lernte, meine Kamera richtig zu bedienen, kam irgendwann der Punkt, an dem ich mir auferlegt hatte, mich zunächst auf einen Bereich der Fotografie zu konzentrieren.
Zum einen sind Objektive nicht gerade billig und man kann sich in aller Regel nicht gleich alle auf einmal kaufen. Zum anderen war ich der Überzeugung, dass es mir mehr bringt, einen Bereich erst einmal richtig zu erlernen, anstatt ständig zwischen verschiedenen Arten der Fotografie hin und her zu springen. Meine Wahl fiel damals auf die Makrofotografie, die mich schon immer fasziniert hatte, und so kaufte ich mir mein erstes Makro-Objektiv – das Canon EF 100mm f/2.8 Macro USM






Höhen und Tiefen
Als ich dann stolzer Besitzer des Canon EF 100mm f/2.8 Macro USM war, machte ich zunächst zu Hause ein paar Testaufnahmen. Schrauben, Muttern, Büroklammern, Äpfel und sonstiges Obst und Gemüse – alles, was sich auf dem Tisch als Motiv anbot, musste herhalten. Ob ich die Kamera dabei auf einem Stativ hatte oder einfach auf dem Tisch aufstützte, weiß ich heute nicht mehr. Ich weiß aber noch, wie begeistert ich davon war, mir die Bilder anschließend am PC in der Vergrößerung anzuschauen.
Plötzlich wurden winzige Details sichtbar und ich konnte mit der Kamera viel näher an ein Motiv heran, als ich es bis dahin gewohnt war. Beim ersten richtigen Einsatz draußen bekam meine Begeisterung allerdings einen ordentlichen Dämpfer. Ich versuchte unter anderem, die Blüten eines Kirsch- oder Apfelbaums zu fotografieren, und bekam sie einfach nicht vernünftig scharf. Schon ein leichter Windhauch reicht aus, um den Ast und damit die Blüte in Bewegung zu versetzen. Gleichzeitig versuchte ich krampfhaft, bei ISO 100 zu bleiben, und handelte mir dadurch viel zu lange Belichtungszeiten ein. Eine 1/100 oder 1/125 Sekunde kann bei einem sich bewegenden Motiv viel zu lang sein.
Wie viele hundert Bilder ich in dieser Zeit von Bienen auf diesen Blüten gemacht habe oder besser gesagt machen wollte, weiß ich nicht mehr. Das Ergebnis war jedenfalls immer wieder dasselbe: Die Bilder waren unscharf. Irgendwann schob ich die Schuld sogar auf mein Objektiv. Das EF 100mm f/2.8 Macro USM hatte schließlich keinen Bildstabilisator, also kaufte ich mir das Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM mit Bildstabilisierung. Nur löste das mein Problem natürlich auch nicht.
Irgendwann verstand ich, wo mein eigentlicher Fehler lag: In der Makrofotografie muss die Verschlusszeit kurz genug sein, sobald sich das Motiv bewegt – und manchmal reicht dafür bereits ein leichter Windhauch. Statt ISO 100 um jeden Preis festzuhalten, musste ich lernen, die ISO entsprechend anzuheben. Genau darum geht es übrigens auch in meinem Beitrag „Keine Angst vor hohen ISO-Werten“. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz eines Blitzes. Gerade bei “hyperaktiven” Insekten hilft dieser, das Motiv einzufrieren (wer schon einmal eine Hummel fotografiert hat, weiß wovon ich spreche).



Den Schmetterlingen hinterher …
Irgendwann hatte ich dann den Bogen raus und verfolgte alles, was da auf so einer Wiese unterwegs war: Schmetterlinge, Grashüpfer, Hummeln, Bienen, Libellen und, und, und. Ich begann, diese kleinen Wiesenbewohner zu fotografieren, und genau darin liegt für mich bis heute eine der großen Faszinationen der Makrofotografie. Im besten Fall braucht man nicht mehr als zwei Quadratmeter Wiese und kann sich dort stundenlang verweilen.
Gleichzeitig war die Makrofotografie, jedenfalls für mich, die beste Schule, die ich hätte haben können. Ich lernte dabei, wie ich ein Motiv freistelle, wie sich die Wahl der Blende auf die Schärfentiefe auswirkt, wie wichtig der Hintergrund ist und wie ich ein Motiv ordentlich im Bild platziere. Als ich später mit der Hochzeitsfotografie anfing, hat mir das enorm geholfen. Denn stark vereinfacht gesagt ist die Aufgabe gar nicht so anders: Ich habe ein Motiv, möchte es vom Hintergrund freistellen, ordentlich ablichten und so im Bild platzieren, dass am Ende ein gutes Foto entsteht.






Fazit
Die Makrofotografie ist beeindruckend und meiner Meinung nach eine gute Fotografieschule. Irgendwann weiß man, wie man sich einem Schmetterling nähert, ohne dass dieser gleich das Weite sucht. Es fällt schwer, das zu glauben, aber auch unter den Insekten gibt es unterschiedliche Charaktere – die einen sind ruhiger und bleiben sitzen, wenn man sich nähert, und die anderen fliegen schon weg, wenn man das nur in Erwägung zieht.
Überhaupt bekommt man, wenn man zum Beispiel erst einmal einem Grashüpfer in die Augen geschaut oder beobachtet hat, wie er versucht, sich hinter einem Grashalm vor dir zu verstecken – was natürlich nicht funktioniert –, eine ganz andere Wahrnehmung für diese winzige Welt.
Hast du schon einmal mit einem Makro-Objektiv fotografiert? Probiere es doch einmal aus …

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