Wie viele Megapixel braucht meine Kamera wirklich?

Je mehr Megapixel, je besser?
Wie viele Megapixel brauche ich überhaupt?
Beim Kauf einer Kamera stellt sich unter anderem die Frage, welche Auflösung sie haben soll. Da gibt es die eine Fraktion, die sagt: Je mehr Megapixel, je besser. Und dann gibt es die andere, die sagt: Das brauchst du doch gar nicht, weniger tut es auch. Welche der beiden Parteien hat nun recht?
Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Vorausgesetzt natürlich, die Kameras sind technisch vergleichbar, kann man auch mit einer 20-Megapixel-Kamera (z.B. Canon EOS R6) hervorragende Bilder machen. Die Bilder sind scharf, die Auflösung ist gut und zunächst gibt es überhaupt keinen Grund, mehr Megapixel haben zu wollen. Nutze ich meine Bilder beispielsweise hauptsächlich für Instagram oder andere Online-Anwendungen, reichen 20 Megapixel locker aus. Dafür würden in vielen Fällen sogar 10 Megapixel genügen.
Mehr Megapixel schaffen Reserven
Anders sieht es aus, wenn ich meine Bilder groß drucken möchte oder die Möglichkeit brauche, später stärker in ein Bild hineinzuschneiden. Das ist bei mir zum Beispiel bei Hochzeiten immer wieder der Fall. Da passiert plötzlich irgendwo etwas – ich halte die Kamera drauf – drücke ab und schneide mir das Bild später so zurecht, wie ich es haben möchte.
Und wenn nach einem stärkeren Beschnitt immer noch ausreichend Auflösung übrig bleiben soll, kommt man mit 20 Megapixeln irgendwann an die Grenze. Auch wichtig wird eine hohe Auflösung bei wirklich großen Drucken. Wer für einen Kunden Bilder in mehreren Metern Breite produzieren muss, freut sich natürlich über jedes bisschen zusätzliche Auflösung.
Mehr Megapixel machen ein Foto dabei nicht automatisch schärfer, sie können aber mehr Details liefern und geben mir vor allem mehr Reserven für Ausschnitt und Ausgabegröße.


Mein Sweetspot liegt bei 45 Megapixeln
Bei mir persönlich haben sich ungefähr 45 Megapixel als Sweetspot herausgestellt. Damit habe ich genügend Reserve, um auch einmal ordentlich ins Bild hineinzuschneiden, ohne dass mir gleich die Auflösung ausgeht. Gleichzeitig bleiben die Dateien noch in einer Größenordnung, die sich mit einem modernen Rechner vernünftig verarbeiten lässt.
Denn auch das gehört zur Wahrheit: Je höher die Auflösung, desto größer werden in der Regel die Bilddateien. Das merkt man beim Speicherplatz auf den Karten und Festplatten, beim Übertragen der Bilder und schließlich bei der Bildbearbeitung. Ob ich nun 20, 45, 60 oder sogar 100 Megapixel brauche, lässt sich deshalb nicht allgemein beantworten. Es kommt darauf an, was ich mit meinen Bildern machen möchte – aber auch über den Workflow im Nachgang sollte man sich Gedanken machen.
Fazit
Welche Auflösung man braucht, hängt davon ab, für welchen Zweck man die Kamera nutzen möchte. Ist das beim Kauf noch nicht ganz klar, würde ich zu mindestens 30 Megapixeln raten – damit ist man für vieles gut gerüstet.
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